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Nase

Nase


Bildquelle: Fischerprüfung NRW - Hergarten Media, Kupfergasse 5, 52396 Heimbach

Systematik

Stamm: Chordata (Chordatiere)
Klasse: Actinopterygii (Strahlenflosser-Knochenfische)
Ordnung: Cypriniformes (Karpfenartige)
Familie: Cyprinidae (Karpfenfische)

Wissenschaftlicher Name

Chondrostoma nasus (Linnaeus, 1758)
Quelle: FishBase

Beschreibung
Der Körper der Nase ist langgestreckt und seitlich leicht abgeflacht. Seine silbrig-glänzende Grundfärbung wird zum Bauch hin fast weiß und auf dem Rücken graugrün. Die Rückenflosse ist grau, alle übrigen Flossen sind rötlich gefärbt. Die Schnauze steht nasenartig hervor (Namensgebung!). Das Maul ist unterständig. Mit ihren geraden, verhornten, und sehr scharfen Lippen können Nasen Algen und Aufwuchs vom Substrat abschaben oder -kratzen.
Nasen werden in der Regel bis 50 cm lang und 1,5 kg schwer, können aber in Einzelfällen auch Längen über 60 cm und Massen von 2-3 kg erreichen.

Quelle: Fische in Brandenburg (1998). Hrsgb.: Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten des Landes Brandenburg und Institut für Binnenfischerei e.V. Potsdam Sacrow (Hrsg.).

Die Nase ist eine typische Fischart rasch fließender Gewässer (rheophil), die bevorzugt die Barbenregion der Fließgewässer besiedelt. Sie lebt bodenorientiert in Schwärmen auf grobkiesigen bis geröllartigen Bodensubstraten. Dort ernährt sie sich von Algen und den darin befindlichen Bodentieren, die vom Substrat abgeraspelt werden. Diese Art der Nahrungsaufnahme verursacht typische, gut sichtbare Kratzspuren auf Steinen und an Spundwänden.
Nasen laichen im März/April. Dabei führen sie ausgedehnte Wanderungen (bis über 50 km) innerhalb der Flußsysteme durch und ziehen zum Ablaichen in Schwärmen aus dem Hauptstrom in kleine Nebengewässer. Die Laichplätze befinden sich in stark überströmten, flachen Kiesbänken. Dort werden die klebrigen Eier in flache Laichmulden gelegt.

Quelle: Fische in Brandenburg (1998). Hrsgb.: Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten des Landes Brandenburg und Institut für Binnenfischerei e.V. Potsdam Sacrow (Hrsg.).

Verbreitung, Ökologie und Gefährdung
  Vorkommen Gefährdung
Bund  Autochton [1, 2]  2: stark gefährdet [1, 2] 
Baden-Württemberg  Autochton [5]  3: gefährdet [5] 
Bayern  Autochton [14]  3: gefährdet [14] 
Brandenburg  Autochton [15, 19]  0: ausgestorben bzw. verschollen [15, 19] 
Hessen  Autochton [20, 21]  2: stark gefährdet [20, 21] 
Niedersachsen  Autochton [11]  1: vom Aussterben bedroht [11] 
Nordrhein-Westfalen  Autochton [4]  3: gefährdet [4] 
Rheinland-Pfalz  Autochton [12]  3: gefährdet [12] 
Saarland  Unbekannt [18]  X: vorkommen; jedoch keine weiteren Angaben [18] 
Sachsen  Autochton [3]  1: vom Aussterben bedroht [3] 
Sachsen-Anhalt  Autochton [10]  0: ausgestorben bzw. verschollen [10] 
Thüringen  Autochton [17]  0: ausgestorben bzw. verschollen [17] 
Bibliografie
Nummer Quelle
[1] 1998: Rote Liste-gefährdete Tiere Deutschlands, Schriftenreihe für Landschaftspflege und Naturschutz Heft 55. Hrsg: Bundesamt für Naturschutz (BfN). ISBN: 3-89624-110-9
[2] 1994: Rote Liste der gefährdeten Wirbeltiere in Deutschland, Schriftenreihe für Landschaftspflege und Naturschutz, Heft 42. Hrsg: Nowak, E.; Blab, J.; Bless, R.; Bundesamt für Naturschutz (BfN). ISBN: 3-88949-195-2
[3] 1996: Die Fischfauna von Sachsen. Hrsg: Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft, August-Böckstiegel-Str. 1, 01326 Dresden.
[4] 1992: Fische unserer Bäche und Flüsse - Verbreitung, Gefährdung und Schutz. Hrsg: Ministerium für Umwelt, Raumordnung und Landwirtschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Schwannstr. 3, 4000 Düsseldorf 30.
[5] Hoffmann, R. et al. 1995: Fische in Baden-Württemberg, Gefährdung und Schutz. Hrsg: Ministerium für Ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Baden- Württemberg, Stuttgart.
[10] 1997: Die Fischfauna von Sachsen-Anhalt. Hrsg: Ministerium für Raumordnung, Landwirtschaft und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt, Referate Öffentlichkeitsarbeit/Tierproduktion-Fischerei, Olvenstedter Str.4, 39108 Magdeburg.
[11] Gaumert, D.; Kämmereit, M. 1993: Süßwasserfische in Niedersachsen. Hrsg: Niedersächsisches Landesamt für Ökologie, Dezernat Binnenfischerei, Hildesheim. ISBN: ISSN 0942-9425
[12] 1998: Katasterauszug unveröffentlicht. Hrsg: Ministerium für Umwelt und Forsten Rheinland-Pfalz, Postfach 3160, 55021 Mainz.
[14] Leuner, E., Klein, M., Bohl, E. 2000: Ergebnisse der Artenkartierungen in den Fließgewässern Bayerns - Fische, Krebse, Muscheln. Hrsg: Bayrisches Staatsministerium für Ernährung. Landwirtschaft und Forsten, Ludwigstr. 2, 80535 München.
[15] 1998: Katasterauszüge unveröffentlicht. Hrsg: Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei im Forschungsverbund Berlin e. V., Müggelseedamm 310, 12587 Berlin.
[17] 1996: Fische in Thüringen. Hrsg: Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt, Referat Öffentlichkeitsarbeit, Hallesche Str. 16, 99085 Erfurt.
[18] 1998: Katasterauszüge unveröffentlicht. Hrsg: Ministerium für Umwelt, Energie und Verkehr, Saarland, Postfach 102461, 66024 Saarbrücken.
[19] Brämick, U.; Rothe, U.; Schuhr, H.; Tautenhahn, M.; Thiel, U.; Wolter, C.; Zahn, S. 1998: Fische in Brandenburg. Hrsg: Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten des Landes Brandenburg und Institut für Binnenfischerei e.V. Potsdam Sacrow (Hrsg.).
[20] 1989: Natur in Hessen. Das Vorkommen der Fische in Fließgewässern des Landes Hessen - Fischkataster. Hrsg: Hessisches Ministerium des Innern und für Landwirtschaft, Forsten und Naturschutz, Referat Presse und Öffentlichkeitsarbeit, Friedrich-Ebert-Allee 12, 65185 Wiesbaden.
[21] 1996: Rote Liste der Fische und Rundmäuler Hessens. Hrsg: Hessisches Ministerium des Innern und für Landwirtschaft, Forsten und Naturschutz, Referat Presse und Öffentlichkeitsarbeit, Friedrich-Ebert-Allee 12, 65185 Wiesbaden. ISBN: 3-89051-200-3